katholisches Bibelwerk

von Matthias Nückel

“In dieser Zeit verordnete der römische Kaiser, dass sich alle Leute, die in den römischen Gebieten lebten, mal bei ‘ner staatlichen Behörde melden sollten … Maria hatte da schon einen ziemlich dicken Bauch. Weil sie keinen anständigen Pennplatz mehr gefunden hatten (die Hotels waren alle voll), musste die Geburt in einem Stall stattfinden.”

So liest sich die Weihnachtsgeschichte in der “Volxbibel”, die gerade der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Und diese Bibel erregt die Gemüter. Weder katholisches Bibelwerk noch die evangelische Bibelgesellschaft heißen dieses Projekt gut. Im Gegenteil. Dies sei offensichtlich einer der Versuche, “die Bibel, koste es, was es wolle, modern zu machen”, heißt es beim Bibelwerk.

Verfaßt wurde diese sogenannte Volxbibel von Martin Dreyer, dem Gründer der “Jesus Freaks” in Hamburg. Dies sind Jugendliche, die das Christentum auf ihre eigene Weise verstehen.

Ebenso eigensinnig sind auch die Texte des Buches. Zur Berufung der Apostel etwa heißt es: “Jesus organisiert seine Ausbildungstruppe”. Die Speisung der 5.000 ist überschrieben mit: “Fünftausend bei Jesus McDonald”. Immer wieder kommen auch “Typen” vor, die blind waren oder ein gutes Herz haben. Und die Auferstehung ist betitelt mit “Jesus` fettes Comeback”.

Ein kirchlicher Verlag wollte dieses Werk denn auch nicht herausgeben. Zunächst hatte ein evangelikaler Verlag die “Volxbibel” veröffentlichen wollen. Nachdem die Verantwortlichen dort aber – wie es heißt – “kalte Füße” bekommen hatten, wurde ein eigener Verlag gegründet, um das Buch auf den Markt zu bringen.

Bei der evangelischen Deutschen Bibelgesellschaft heißt es, man könne bei der “Volxbibel” nicht von einer Bibelübersetzung sprechen. Es sei eine “Bibelübertragung”. Ob die Menschen das allerdings brauchten, müßten sie selbst wissen.

Gegen das Machwerk vorgehen allerdings kann niemand. Veröffentlicht jemand die Einheitsübersetzung, so braucht er die Lizenz des Bibelwerkes. Nimmt jedoch jemand eine oder mehrere verschiedene Bibelübersetzungen und verhunzt sie gewaltig, so kann er dies nach Belieben tun.

Die Deutsche Bibelgesellschaft will in Kürze einen anderen Weg gehen, um junge Menschen anzusprechen. So soll es das Markus-Evangelium in neuer Form für die Nutzung im Internet geben. “Wir gehen dabei davon aus, daß auch junge Leute durchaus wissen wollen, was wirklich in der Bibel steht”, heißt es bei der Bibelgesellschaft.

© Artikel aus der katholische Wochenzeitschrift Bildpost im Dezember 2005

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